Schon mal zusammen mit Sigmar Gabriel beim Frühstück über Deutsch-Amerikanische Beziehungen diskutiert oder bei James Corden´s „Late Late Show“ in der ersten Reihe gesessen? Ludwig Hinterschwepfinger hat den Schritt gewagt, seine Wahlstation in den USA zu absolvieren. Er berichtet von der Zeit bei seiner Wahlstation in Los Angeles und gibt Einblicke in den Ablauf einer US-amerikanischen Kanzlei, welche unter anderem als Vertrauenskanzlei für das deutsche Generalkonsulat gelistet ist. Außerdem erzählt er von seinen Erlebnissen rund um den Aufenthalt, einschließlich des „American-way of life“.

Ludwig Hinterschwepfinger bei Fredricks & van der Horst attorneys in Los Angeles: Die 6 W´s meines Aufenthaltes.

Schon mal zusammen mit Sigmar Gabriel am Frühstückstisch über Deutsch-Amerikanische Beziehungen diskutiert? Schon mal bei James Corden’s “Late Late Show” in der ersten Reihe gesessen? Oder schon mal einen Abend nur einen Sitz entfernt von Kris Jenner verbracht?

But first things first…

„Cancelled“. So beginnt mein Trip nach Amerika. Ich stehe mit meinen Koffern vor dem Gate und reihe mich in die Menschentraube ein, die sich gebildet hat und weiß, dass es jetzt länger dauern wird. Mein Flug wurde in letzter Sekunde gestrichen. Nach drei Stunden Wartezeit am Flughafen in München, teilt mir eine Dame vom Servicepersonal meine neue Verbindung mit: Um 5 Uhr morgens des Folgetages über Amsterdam nach LA. Eigentlich eine gute Verbindung, allerdings einen ganzen Tag später als geplant. Anstelle von Donnerstag ist jetzt Freitag der Ankunftstag. Das Problem: Freitagvormittag sollte ich schon längst in der Kanzlei sein und auch schon an meinem ersten Mandantengespräch teilnehmen. Erste Gedanken an den Zeitplan kommen auf – hoffentlich schaffe ich es dann zumindest am frühen Nachmittag. Der Flug an sich verläuft sehr gut. Keine Verspätungen mehr oder andere Unregelmäßigkeiten, die weitere Verzögerungen ankündigen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich nach der Abholung meines Mietwagens noch am frühen Freitagnachmittag rechtzeitig in der Kanzlei ankommen werde. Diese Zuversicht erlischt aber wieder jäh, als mich der Beamte routinemäßig bei der Einreisekontrolle nach dem Grund meines Aufenthaltes fragt. Meine Antwort, wahrheitsgemäß: Ich bin hier für meine Wahlstation. Die Erwiderung des Beamten: “For some reason, I don ́t believe you”. Auch der Verweis auf das Visum und dies belegende Papiere, die ich schon griffbereit habe, das Schreiben vom Oberlandesgericht in München und die Bestätigung der Kanzlei vor Ort, scheinen daran vorerst nichts zu ändern. Was jetzt folgt lässt meine Hoffnungen, den Zeitplan einhalten zu können, gänzlich schwinden. Ich werde weiter befragt und man lässt mich warten. Dann, nach einiger Zeit, vielen Fragen und 3 Beamten, die sich meine Dokumente durchgelesen haben, scheint sich die Angelegenheit geklärt zu haben. Ein älterer Mann gibt mir meine Dokumente zurück und verabschiedet mich mit den Worten in hartem aber freundlichen amerikanischem Akzent: “Tschüss, auf Wiedersehen, machen Sie es gut and Welcome to America!”

Wohin soll es eigentlich gehen?

Ich würde über mich selbst sagen, dass ich überaus kulturinteressiert bin und es einige Ziele auf der Welt gibt, die mich für diese Wahlstation auch sehr interessiert hätten, wie etwa Argentinien, Südafrika oder Japan. Allerdings verbinde ich mit Amerika immer ein tolle Zeit in meiner Vergangenheit. Zum ersten Mal bin ich 2012 in die U.S.A. gekommen. Der Grund dafür: Die Musik. Seit meiner frühen Kindheit habe ich Musik gemacht und in Bands gespielt. Später dann neben dem Jura-Studium professionell Theater- und Filmmusik geschrieben. Mit meinem Indie-Plattenvertrag in der Tasche und der Meinung einiger Branchenkenner habe ich mich entschlossen, dahin zu gehen, wo der Musikmarkt ist: Nach Amerika. Vorrangig waren in diesem Zusammenhang zwei Orte von größerer Bedeutung, wo die Musikszene und die großen Plattenfirmen angesiedelt sind: New York und Los Angeles. In den folgenden Jahren verbrachte ich mehr und mehr Zeit in Los Angeles, wo mich die Musikszene überzeugte, ich viele tolle Kontakte knüpfen durfte und eine herausragende Zeit verbrachte. Nach weiteren Aufenthalten, 2 Touren, sowie 10 anderen Bundesstaaten der USA und meinem zweiten Staatsexamen hatte ich beschlossen weitere tolle Erfahrungen in LA zu sammeln. Diesmal aber um die juristische Seite des Landes bzw. des Bundesstaates kennen zu lernen und meine Wahlstation dort zu absolvieren.

Warum genau die Kanzlei “Fredricks & van der Horst” und wie lief das ab?

Die Bewerbung und die Organisation für die Vorbereitungen begannen weit vor dem tatsächlichen Aufenthalt, nämlich bereits vor dem schriftlichen Teil des 2. Staatsexamen im Juni 2018, also über 12 Monate vorher. Da ich mich im Vorfeld auf keine spezielle Kanzlei festgelegt hatte, recherchierte ich zunächst ganz klassisch im Internet und in Foren nach Kanzleien und verglich diese anhand von Erfahrungsberichten anderer Referendare. Wichtig war mir dabei, dass meine Kriterien, wie etwa das Angebot vieler unterschiedlicher juristischer Themenfelder, weitestgehend erfüllt wurden. Die Kanzlei Fredricks & van der Horst ist bei den Rechtsgebieten sehr breit aufgestellt. So behandeln sie etwa Fälle im internationalen Wirtschafts-, Handels- und Gesellschaftsrecht, intellectual property (geistiges Eigentum), Verwaltungsrecht und Erbschaftsangelegenheiten (national und international), immigration law und entertainment law (Musikrecht war für mich als Musiker natürlich das “i-Tüpfelchen” obendrauf). Zudem ist Herr Fredricks Vertrauensanwalt für die Generalkonsulate Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Kroatien, Tschechien und Bulgarien. Diese Bandbreite an Rechtsgebieten und Diplomaten-Tätigkeiten hat mich letztendlich überzeugt und der Bewerbungsprozess konnte beginnen.
Zu diesem kann ich nur lobende Worte finden: Vom Zeitpunkt der Übersendung meiner Bewerbung bis zur schriftlichen Zusage sind 6 Tage vergangen. Ich habe nach dem Absenden meiner Bewerbung
sodann einen Informations- und Fragebogen bekommen. Dieser diente dazu, erste Gegebenheiten wie zum Beispiel die Arbeitszeiten schon vorweg zu erfahren, Angaben zur Person zu machen und auch um zu sehen, ob hier die “Chemie stimmt”.
Ich fand das eine gute Sache, da man hier bereits einige Dinge herauslesen konnte, so etwa wie ein Tagesablauf in der Kanzlei aussieht oder auch, dass das Nehmen der verbleibenden Urlaubstage aus Deutschland eher nicht erwünscht ist. So hatte man gleich ein realistisches Bild vor Augen mit dem man etwas anfangen konnte. Im Anschluss fand dann das Skype Interview mit Herrn Vorbrodt statt, der die Referendare betreut. Dieses war wirklich angenehm und man merkte sofort, dass man hier bei der richtigen Kanzlei angeklopft hatte. Die harte Recherchearbeit und der Einsatz hatten sich also schon gleich am Anfang gelohnt. Insgesamt bin ich für drei Monate, um genau zu sein vom 4. Juli 2019 bis 1. Oktober 2019, bei der Kanzlei Fredericks & van der Horst im Rahmen der Wahlstation tätig gewesen.
Die Wohnung in Brentwood war in Gehweite (!) zur Kanzlei. Ich konnte somit jeden Tag bei strahlendem kalifornischen Sonnenschein und mit meiner Aktentasche zum Büro spazieren und auf dem Weg noch einen frischen Kaffee bei der “Amandine Patisserie” mitnehmen. Die Wohnung habe ich über eine Unterkunftsliste der Kanzlei erhalten. Da ich in regem Austausch mit meiner Vormieterin stand, wusste ich bereits ein ganzes Jahr vor Einzug von der Wohnung und konnte so gleich mit der Vermieterin alles Nötige regeln. Dies lief alles ziemlich reibungslos ab. Ich würde auch jedem empfehlen, wirklich Zeit für die Vorbereitung einzuplanen, da man in der ganzen Examens- bzw. Refzeit einfach wahnsinnig viel zu tun hat und man sich durch so eine lange Vorlaufzeit angemessen mit der Recherche und allem drumherum auseinandersetzen kann. Einige Kollegen von mir haben erst spät mit dem Bewerbungs- bzw. Rechercheprozess begonnen und sich somit die Chance die Wahlstation im Ausland zu verbringen, vertan. Ein paar Monate vorm Examen wurde es vielen einfach zu viel und zu diesem Zeitpunkt benötigt man den Kopf für andere Dinge.
Dann ging alles ganz schnell. Am 28. Juni 2019 war der letzte Prüfungstag des 2. Staatsexamens. Im Anschluss hieß es: Koffer packen, um am 4. Juli 2019 zum ersten Arbeitstag zu erscheinen. Dieser war, nachdem es wie oben beschrieben, am Flughafen etwas länger gedauert hat, noch am gleichen Tag der Ankunft in Los Angeles. Koffer in den Mietwagen (Ja, ich empfehle wirklich jedem sich dringend einen Mietwagen in LA zu holen…warum? Weil LA einfach eine Autofahrstadt ist. Punkt. Zudem macht es Spaß am Sunset Strip mit offenem Verdeck entlang zu fahren oder auch spät abends an der Küste den Lichtern folgend nach Malibu zu cruisen.), über den Santa Monica Highway direkt nach West Hollywood zur Kanzlei, um noch am Freitagabend bzw. sehr spätem Nachmittag mit Herrn Vorbrodt die Einführung in die Kanzleiarbeit zu machen. Ich war sehr dankbar, dass Herr Vorbrodt noch so lange auf mich gewartet hat und sich dann wirklich noch die Zeit genommen hat mit mir alles Wichtige durchzugehen, damit ich am Montag darauf gleich starten konnte.

Wie war nun der Arbeitsalltag in der Kanzlei?

Ein typischer Arbeitstag bei Fredricks & van der Horst sah folgendermaßen aus: Ein voller Tag, von 9:30 Uhr morgens bis 17:30 Uhr, manchmal auch später, mit 45-60 Minuten Mittagspause. Und das konsequent: Während meines gesamten Aufenthalts gab es einen Nachmittag, an dem ich früher aus dem Büro kam(Anmerkung: Ein verlängertes Wochenende war im zweiten Monat nach Absprache möglich). Ich war von Anfang an bei Allem mit dabei und wurde auch bei allem fest mit eingebunden. Die Arbeit nahm bezüglich des Schwierigkeitsgrades von Juli bis September wirklich Fahrt auf. Von Zeit zu Zeit fielen auch neben oder nach der Arbeit noch interessante Sachen an, wie etwa ein Meeting am Abend in Downtown oder auch ein kurzfristiges Freitagabend Mandanten-Meeting bei dem es um einen Gesellschaftsvertrag ging. Mir gefiel dies sehr, da ich mir die Kanzlei nicht ohne Grund ausgesucht habe und mir erhoffte, wirklich im gesamten Prozess eingebunden zu werden und von Beginn an komplett in das Geschehen integriert zu sein. Mir wurde vom ersten Tag an eine Bandbreite von Aufgaben übertragen, wie etwa die Erarbeitung bestimmter Rechtsprobleme, die telefonische Annahme von Mandanten-Anliegen, die Kommunikation mit anderen Institutionen wie dem Deutschen, Schweizerischen und Österreichischen Generalkonsulat oder Angelegenheiten das amerikanisch-deutsche Erbrecht betreffend. Auch hatte ich mit Verträgen einschließlich Wiederverkäufer- und Vertriebsvereinbarungen, mit Mietverträgen sowohl für gewerbliche als auch für private Zwecke, welche ich überprüfen durfte, zu tun. Andere Verträge in deren Bearbeitung ich mit eingebunden war, waren etwa ein Verlagslizenzvertrag und ein komplexes Aktionärsdarlehen. Ich kümmerte mich um NDA ́s (Non-disclosure agreements) und prüfte diese. Außerdem hatte ich Fälle, in denen es um Schlichtungen ging, sowie Aufgaben, welche die Unterschiede zwischen Quantum-Meruit und ungerechtfertigten Bereicherungsansprüchen zum Inhalt hatten. Desweiteren war ich beteiligt an einer Kündigungsrechtssache zur Unterstützung einer New Yorker Anwaltskanzlei, sowie bei der Kommunikation mit einem Bezirksstaatsanwalt.

Eine Besonderheit der Kanzlei, welche in meinen Augen wirklich interessant war, ist die Etablierung bzw. das Auf den Markt bringen von neuen Unternehmen auf den amerikanischen Markt, was unter anderem die Lizensierung des Namens oder das Aufsetzen von Gesellschaftsverträgen beinhaltet. Zudem war ich in der glücklichen Position, Einblick in das amerikanische Musikrecht zu erlangen und hier Bandverträge prüfen zu dürfen.

Dennis, Martin und auch Ania, die Rechtsanwaltsfachangestellte, haben sich wirklich rundum um mich gekümmert. Die Herausforderung bestand darin, dass ich regelmäßig mit neuen Sachverhalten konfrontiert worden bin. Dieser Umstand führte jedoch dazu, dass ich von einem großen Lerneffekt profitieren konnte und einen fundierten Einblick vor allem in die Rechtsanwaltskultur, aber auch in die Diplomatenarbeit der Generalkonsulate erhalten habe.

Ein recht angenehmer Nebeneffekt war zudem, dass ich meine Englischkenntnisse (und auch an ein paar Stellen meine Französischkenntnisse) durch diesen dreimonatigen Aufenthalt noch weiter verbessern konnte, vor allem, was das fachspezifische Vokabular anbelangte.

Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch, dass mir das Anwalt-Mandanten-Verhältnis im amerikanischen Recht sehr gut gefällt: Hier ist es durchaus auch üblich, dass Mandanten zum Essen oder auch zu Veranstaltungen eingeladen werden. Dieses stärkere Anwalt-Mandanten-Verhältnis ist etwas, was in Deutschland in dieser Art und Weise eher nicht praktiziert wird und daher ein Punkt, den ich in der deutschen Anwaltspraxis vermisse. Das gleiche Engagement, welches den Mandanten entgegengebracht wird, wurde auch mir zuteil. Und zwar in Form von kulturellen und politischen Veranstaltungen. Dennis legte, zu meiner großen Freude, allergrößten Wert darauf, mich zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen mitzunehmen und mir immer alle möglichen interessanten anstehenden kulturellen Termine zukommen zu lassen. Ich wurde z.B. zu einem Vortrag mit dem Politikberater Cornelius Adebahr eingeladen, welcher von der Wirtschafts-Großkanzlei O‘Melveny & Myers veranstaltet wurde. Hier durfte ich die Kanzlei alleine vertreten und hatte das Vergnügen mich mit dem Redner über Europapolitik und weltpolitische Themen auszutauschen. Ein weiteres Highlight war ein Politik-Brunch im renommierten privaten “Jonathan Club” in Downtown LA, wo ich das Glück hatte auf Sigmar Gabriel zu treffen, welcher bei perfektem Ambiente und Essen über die deutsch-amerikanischen Beziehungen einen Vortrag hielt und uns seine politische Sicht der Dinge diesbezüglich näher brachte. Des Weiteren standen immer wieder einmal Treffen und Lunch-Dates mit Diplomaten vom deutschen Generalkonsulat auf dem Terminplan.

Was macht man nun in seiner Freizeit in Los Angeles?

Was die weitere Freizeitgestaltung und die kulturelle Vielfalt von Los Angeles betrifft, ist eine schier unüberschaubare Menge geboten und man kann ohne Schwierigkeiten jedes Wochenende eine andere Aktivität planen. Da ich der Natur sehr verbunden bin, habe ich mehrere der zahlreichen Nationalparks, wie zum Beispiel den Joshua-Tree-Nationalpark, den Sequoia-Nationalpark oder den Topanga State Park besucht. In der Wüste konnte ich erleben, was Hitze wirklich bedeutet und auch am eigenen Leib erfahren wo der Unterschied zwischen einer Hitzewarnung in der Wüste und einer in Deutschland ist – es fühlt sich an, als ob die Sonne sich bereits nach wenigen Sekunden durch die Haut brennt – eine neue und atemberaubende Erfahrung für mich. Atemberaubend schön war z.B. auch, in Orange County in der Ozean-Brise am Strand entlang zu spazieren, vielleicht mit einem coffee to go, wie es echte LAer gerne tun. Während meiner letzten Aufenthalte hatte ich die größeren umliegenden Städte wie San Diego, Las Vegas oder San Francisco bereits gesehen. Sie sind alle einen Wochenendausflug wert und mit Inlandsflügen relativ schnell und preisgünstig zu erreichen. Doch ich richtete die Aufmerksamkeit in meiner restlichen freien Zeit voll und ganz auf Los Angeles mit seinem ganz eigenen Lifestyle. Meine Wohnung war in der Nähe des Santa Monica Beachs, welcher mir persönlich besser gefällt als der Venice Beach, da er nicht von Touristen überrannt wird. Oft führte mich meine morgendliche Joggingrunde am Santa Monica Pier vorbei den Strand entlang. Sport nimmt in LA überhaupt eine sehr große Bedeutung ein. Wer nicht am Strand seine Runden zieht, geht die morgendliche Runde mit seinem Hund in Sportkleidung zum nächsten Starbucks, um zumindest einen sportlichen Eindruck zu vermitteln. Wer wirklich ins Schwitzen kommen will, sollte einen Ausflug zum Runyon Canyon in sein Programm aufnehmen. Das ist der Mekka der top gestylten Sportler in LA und noch ein kleiner Geheimtipp. Doch auch oder vielleicht vor allem hier, heißt es, sehen und gesehen werden. Der Aufstieg wird belohnt mit einem Blick über ganz LA. Wer nach dem Sportprogramm abends noch Energie für mehr hat, sollte sich die Konzerte in den Music Clubs des Sunset Strips nicht entgehen lassen – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer sich hingegen lieber in die Welten der Late Night Shows stürzen will, hat die Möglichkeit Karten für die “Late Late Show von James Corden” oder für “The Roast of Alec Baldwin”(oder wie auch immer der zu roastende celebrity gerade heißt) zu ergattern. Da kann es schonmal passieren, dass das TV Sternchen/Kardashian-Clan-Mitglied/Momager Kris Jenner nur einen Stuhl weiter im Publikum sitzt und fragt “ How ya doin ́ guys?”.

Du hast nach der Show noch Hunger auf Pancakes? Kein Problem, man bekommt praktisch zu jeder Tages-und Nachtzeit etwas zu essen. Bei “Canters” in Fairfax gibt es auch um 2 Uhr morgens noch eine ordentliche Portion Pancakes mit maple syrup. Für Foodies ist LA das Paradies – Restaurants sprießen geradezu aus dem Boden und es gibt jede Menge Neues zu entdecken. Ein besonders (teures) Erlebnis war ein Dinner im “Nobu” in Malibu. Außerdem sehr empfehlenswert, wenn man gerne diniert, wo Filme gedreht werden, ist etwa das “El Coyote”, in welchem schon Margot Robbie mit Roman Polański im Hollywood-Streifen “Once Upon a Time in Hollywood” mexikanisches Essen genoss. Ihr seht schon, langweilig wird es sicher nicht in dieser Stadt, vor allem für Musikliebhaber und kontaktfreudige Personen. Eines meiner persönlichen Highlights war an meinem letzten Wochenende noch das Ohana Festival in Newport Beach mit einem Live Auftritt der “Red Hot Chilli Peppers”. Und wenn es einem dann doch mal zu viel wird, fährt man zu den Aussichtspunkten in den Hollywood Hills und beobachtet das Lichtermeer der Millionenstadt.

Wer sollte sich nun bewerben?

Für die Wahlstation bei Fredricks & van der Horst sollte man sich auf jeden Fall bewerben, wenn man echtes Interesse am amerikanischen Rechtssystem hat und auch den Arbeitsalltag eines Rechtsanwalts kennen lernen will. Wer darüber hinaus noch gerne mit Menschen zu tun hat und die eine oder andere Veranstaltung gerne besucht ist hier genau richtig.

Wer eher eine Kanzlei sucht, bei der Litigation, also Verhandlungen vor Gericht im Vordergrund stehen, bei der man seinen Urlaub aufbrauchen kann und sich eher dem kalifornischen Nachtleben hingeben will, wird wohl eher bei einer anderen Station gut beraten sein.

Zurückblickend kann ich sagen, dass ich die Zeit in der Kanzlei Fredricks & van der Horst als enorm fruchtbar erlebt habe. Vom ersten Tag an wurde ich mit den unterschiedlichsten Angelegenheiten betraut und habe einen umfassenden Einblick in unterschiedliche Rechtsfelder erhalten. Durch die stetigen Herausforderungen und Konfrontationen mit unbekannten Dingen war zudem der Lerneffekt nochmal umso größer. Es war eine großartige Zeit, die ich wirklich in vollen Zügen genossen habe.

Ludwig Hinterschwepfinger

Ludwig Hinterschwepfinger studierte Rechtswissenschaften an der Universität in Passau mit dem Schwerpunkt Strafrecht, sowie Völker(straf)recht und Internationales Strafrecht. Neben dem Studium arbeitete er als professioneller Studiomusiker und Komponist für Theatermusik. Diese Tätigkeit führte ihn regelmäßig in die USA, wo er alle Facetten des Landes kennen lernen durfte. Nach Ablegen der zweiten juristischen Staatsprüfung in München, wählte Ludwig Hinterschwepfinger als seine Wahlstation gezielt das ihm sehr vertraute Los Angeles aus, um so auch die juristische Seite des Landes kennen zu lernen. Er lebt in München und arbeitet als Syndikusrechtsanwalt und selbstständiger Rechtsanwalt.

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